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Mittwoch, 27. Januar 2016

Nepal News

Wir waren von Dezember bis Anfang Januar 2016 in Nepal und können mit Erleichterung berichten, dass das Land zur Normalität zurück gefunden hat. Die Aufräumarbeiten in Kathmandu haben längst ihren Weg genommen. Die Straßen sind wieder gefüllt von bunt gekleideten Menschen mit lächelnden Gesichtern. Shops warten auf ihre Touristen.
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Alle unsere Touren bis auf Langtang werden ab März stattfinden. Wir möchten Sie aufmuntern, wieder Vertrauen in das Land zu haben und nach Nepal zu reisen. Das Land braucht Sie, braucht den Tourismus. Mit Ihrer Reise werden Sie Ihren Beitrag zur Weiterentwicklung des Landes leisten.
Natürlich sollte auch erwähnt werden, dass Nepal das Trekkingparadies für Bergwanderer ist und seine Sehenswürdigkeiten, seine Kultur und Werte die Herzen erfreuen und Sie reich beschenken werden. Eine tolle Reisemöglichkeit, um Ihren Kopf wieder freizukriegen und den Stress des Alltages hinter sich zu lassen!
Trekking in Nepal 01.-22.2013 989
Unsere Touren zum Langtang-Gebiet werden ab Oktober 2016 wieder stattfinden.

Zu der Blockade der Grenzen zu Indien können wir berichten, dass Tourismus davon nicht betroffen ist und unsere Gäste keine Unannehmlichkeiten befürchten müssen. Auch arbeiten beide Länder (Nepal und Indien) bereits an Lösungen die Blockaden aufzulösen.
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Nepal News
We were in Nepal from Mid – December to the beginning of January 2016 and are relieved to report that normality has returned to the country. Clear-up in Kathmandu has been done; the streets are filled with colorfully dressed people and smiling faces. The shops are ready and waiting for customers and the tourists.
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All our tours, apart from Langtang, are taking place from March onwards.  We would like to encourage you to trust the country again and to travel to Nepal. The country needs YOU, needs tourism. Your tour will contribute to the further development of this beautiful country.
Of course, it needs no reminder that Nepal is the trekking paradise for hikers & climbers and its sights, culture and values will gladden your heart and enrich your life. It offers a great way to travel, to clear your head and enable you to switch off from all the stress in your daily life!

Trekking in Nepal 01.-22.2013 989
Our tours to the Langtang area will start again from October 2016.
As far as the blockade on the borders to India is concerned, tourism has not been affected and our guests need not fear any inconvenience. Furthermore, both countries (Nepal and India) are already working on a solution to lift the blockade.
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Montag, 25. Januar 2016

Kathmandu today - Let us dare to take this step! German/English

Eine Reise. Einmaligkeit. Keine Vergleichbarkeit. Etwas persönliches. Nichts für jedermann. Geschaffen wir die Individualität, nicht für die breite Masse. Jeder entwickelt seine Sehnsucht, seine Erfahrung. So wie ich.
Ich war dort.
Kathmandu.

Gleich nach der Anreise war ich überwältigt von der Andersartigkeit der Welt. Ich verließ meinen Alltag für die Absurdität, für das Unbekannte. Nur Bilder kannte ich, nur Filme, keine Wahrheit. Zu weit weg erschien die Wahrheit. Ich wollte sie nur einmal erleben. Die Stadt pulsiert, zerrt mich aus meinem stupiden, unnahbaren Kostüm und lässt mich die Veränderung spüren. Ordnung ist hier das Chaos, welches ich als solches während der Sinnfindung bezeichne. Warum muss es überhaupt Sinn ergeben für einen weichen Körper aus den Tiefen der betonalen Gerüste. Das bunte Treiben, unzählige Vögel welche sich eine Auszeit auf ihrer langen Reise nehmen, bunte Fähnchen, lächelnde Gesichter und enthaltsame Mönche begegnen mir. Jeder Schritt bringt Veränderung für meine Sinne. Meine Augen können kaum erblicken, meine Nase kaum erriechen, meine Sprache nützt nichts, meine Ohren hören weltliche Klänge, keine typische Großstadtatmosphäre.
Ich ziehe durch die Gassen mit schweren Schritten, bin erstaunt über die Leichtigkeit, die Schwebe der Einheimischen. Meine Bewegungen sind träge, europäisch. Die ihre sind filigran, von Einfachheit geprägt.
Natürlich bestand mein Fragenkatalog aus der Thematik: Wie geht es Kathmandu jetzt? Was hat das Erdbeben angerichtet? Und ja, es gibt einige Schäden an historischen Gebäuden aber das Ausmaß der Zerstörung ist jetzt kaum noch zu erkennen, da die Aufräumarbeiten in Kathmandu schneller vorankommen als gedacht. Die Aufbauarbeiten haben ihren Weg genommen. Auf dem Land ist die Situation natürlich etwas anders. Ein jeder mag sein eigenes Urteil bilden darüber, wie sehr die Zerstörung Einfluss genommen hat, wie die Realität aussieht und was von den Medien vermittelt wird. Ich würde niemals eine Katastrophe (keine der Welt) herunterspielen und sagen, dass dies alles nicht so schlimm ist wie es in den Medien vermittelt wird. Natürliche weise ich auf den Verlust von Menschenleben hin, auf die Unordnung und dem Fehlen von Grundbedürfnissen. Auf den Mangel an finanziellen Mitteln, auf die fehlende Organisation, Mithilfe oder einfach bedingte Geschwindigkeit des Wiederaufbaus aufgrund der gegebenen Situation vor Ort. Aber trotz allem Verlust, trotz aller Langatmigkeit verlieren diese Menschen nie ihr Lächeln. Die Straßen sind wieder gefüllt von bunt gekleideten Menschen, trotzdem hallen Stimmen tausender durch die Gassen der lebendigen Märkte und rasen knatternd die Motorräder durch die Häuserschluchten. Es scheint das diese Menschen niemals und sei die Horde der undankbaren Zerstörung noch so grausam, ihr Leben aufgeben würden, niemals den Frohsinn abstellen werden. Sie würden ihre Einfachheit wohl nie in Frage stellen, wohl nie nach der sinnlosen Selbstfindung streben. Eher sind sie dankbar auch in dieser schweren Zeit das Leben behalten zu dürfen. Sie gehen ihrem Alltag nach. Auch sie plagt Angst, Angst vor dem Verlust ihrer Jobs, doch diese Angst spüren auch alle Sherpas, alle Träger, alle Teammitglieder an den Gipfeln der Welt, genau wie in der große Stadt.
Würden wir die Situation eines Erdbebens nüchtern betrachten, müssen wir festhalten, dass jede Naturbewegung (egal ob Welle, Lawine oder Erdbeben) die Augen und Aufmerksamkeit der Welt auf sich zieht.
Egal ob ein Tsunami auf Land trifft, ein Erdbeben tiefe Furchen reisst, ein Sturm komplette Häuserfronten verschwinden lässt, wir sollten nie aufhören zu reisen...
Echte Informationen finden sich bei allen Ämtern der jeweiligen Länder. Angst ist ein lebenslanger Begleiter welcher gut für uns ist. Angst ist unser Partner in jeder Lebenslage. Aber diese Angst ist dafür da uns Vorsicht walten zu lassen und nicht um aufzugeben. Generell sollten wir niemals unsere Träume aufgeben.

Auch wenn in 2015 kein Mensch auf dem Mount Everest stand, sollten wir wieder aufbrechen und nach Nepal reisen, wir sollten nach Kathmandu reisen, wir sollten in die Berge gehen. Wir haben die große Möglichkeit unsere Träume zu erfüllen und gleichzeitig dem Land zu helfen. Reisen bringt Frieden und hilft weltweit. Und dazu bekommen wir noch etwas, was niemand anderes mit uns teilen kann – die eigene, lebensbereichernde Erfahrung. Darum steht ausser Frage, dass man Reisen nach Kathmandu, Nepal absagen oder vergessen sollte. Das Leben pulsiert auf eine Art auch wieder und ist bereit für uns. Es gibt so vieles vor Ort zu entdecken, sodass ich keine Sehenswürdigkeiten auflisten möchte. Jeder soll selbst seinen Weg durch dieses magische Land finden.
Eines ist sicher. Gedanken werden erst frei mit dem ersten Schritt des Entgegenkommens.
Lasst uns diesen Schritt wagen! 

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A journey. Uniqueness. No comparability. Something personal. Not for everyone. We created individuality, not for the masses. Every person develops his longing, his experience. Like me.
Like me. I was there. Kathmandu

Immediately after arrival I was overwhelmed by the otherness of the world. I left my everyday life for the absurdity of the unknown. I only knew pictures, only movies, no truth. The truth seemed too far away. I just wanted to experience it once. The city pulses, pulls me out of my stupid, inapproachable costume and lets me feel the change. Chaos is the order here and I designate it as such in the search for meaning. Why must it make sense for a soft body coming from the depths of concrete scaffolding. The hustle and bustle, where I encounter countless birds taking a break on their long journey, colourful flags, smiling faces and abstinent monks. Each step brings changes to my senses. My eyes can barely see, my nose hardly smell, my language is useless, my ears hear earthly tones, not a typical big city atmosphere. I move through the streets with heavy steps, am amazed at the ease of the wafting gait of the locals. My movements are sluggish, European. Theirs are delicate, marked by simplicity.

Of course, my lists of questions about the subject were: How is Kathmandu doing now? What damage did the earthquake cause? And yes, there is some damage to historic buildings but the scale of destruction is now barely recognizable as the cleanup in Kathmandu is progressing faster than expected. The construction work has made its path. The situation in the countryside is, of course, very different. Everyone loves to form their own opinion about how much destruction has taken place, how reality looks and what is conveyed by the media. I would never downplay a disaster (anywhere in the world) and say that all this is not as bad as it is conveyed in the media. Naturally, I refer to the loss of human lives, the disorder and the lack of basic needs. To the lack of financial resources, the lack of organization, support or simple constraints on the speed of reconstruction due to the current situation on the ground. But despite all the loss, despite all the endurance, these people never lose their smile. The streets are filled again by colourfully dressed people, while thousands of voices echo through the streets of the lively markets and rattling motorcycles race through the streets. It seems that these people would never lose cheerfulness, even if the hordes of destruction were too cruel, or gave up their way of life. They would never question their simplicity, never pursue mindless self-discovery. Rather, they are thankful to be able to keep living in this difficult time. They go on with their daily lives. Fear plagues them too, fear of losing their jobs, but this fear is also felt by all of the Sherpas, all carriers, all team members at the summits of the world, just like in the big city. If we consider the situation of an earthquake soberly, we must find that every natural movement (whether wave, avalanche or earthquake) attracts the eye and attention of the world itself. Whether a tsunami hits land, an earthquake rips deep furrows, a storm can make complete house facades disappear, we should never cease to travel... True information can be found in all the offices of the respective countries. Fear is a lifelong companion that is good for us. Fear is our partner in any situation. But this fear is for us to exercise caution and not to give up. In general, we should never give up our dreams.

Even if no one stood on Mount Everest in 2015, we should set out again and travel to Nepal, we should travel to Kathmandu, we should go to the mountains. We have the great opportunity to fulfil our dreams and at the same time to help the country. Tourism brings peace and helps worldwide. Plus, we still get something nobody else can share with us - their own, life-enriching experience. There is no question then of cancelling or forgetting to travel to Kathmandu, Nepal. Life pulses in a way again and is ready for us. There are so many places to discover that I don't want to make a sightseeing list. Everyone should find their own way through this magical land. But one thing is certain: Thoughts only become free with the first step towards kindness.

Let us dare to take this step!


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Call us: +49 (0) 5733 8776 779
 
 













 



Von Beobachtungen am Menschen im Himalaya.

Einst unterwegs im höchsten Gebirge der Welt.
Keines leichten Schrittes zog sich mein Weg schnappatmig durch die bergige Welt in dieser Ecke Asiens. Ich reiste in einer Gruppe auf den Wegen vieler, allerdings sind diese Pfade mit keinem Schritt ausgetreten. Sie sind ein täglich Brot für die Menschen, die hier leben. Ich wollte weit weg.  In unserer Welt sind wir abgeschirmt durch Handys, Bildschirme und Kopfhörer. Wir wollen vieles nicht sehen, nicht hören, wollen unterhalten und abgelenkt werden. Ich weiss das die Sherpa ihre Realität leben und wir die unsere aber ich bin auf der Suche nach mehr, als nur Realität. Mit dem Beginn meiner Reise suchte ich in Nepal nicht nur Bewegung. Ich suchte Antworten auf meine Fragen. Sind die Menschen in anderen Regionen der Erde ähnlich? Oder finden wir noch Völker in Einfachheit lebend? Nun, „Einfachheit“ ist ein relativ dehnbares Wort. Wohl kaum eine Ecke der Welt funktioniert nicht auf einem Prinzip des Verdienstes durch Tätigkeiten, um seine Familie zu ernähren. Doch ist dies überall das Gleiche?
Ich reiste in das Khumbu-Gebiet. Es wird auch das Land der Sherpas genannt. Die legendären Routen der Bergsteiger und Abenteurer welche immer im Vordergrund stehen. Die eigentlichen Helden dabei so gut wie nie erwähnt. Ich wollte einen Einblick gewinnen in eine für uns andersartige Welt. Eine Welt das Tragens, auch wenn es heute eher beleidigend klingt. Ich war in Namche Bazar unterwegs, einem Sherpaort. „Sherpa“ bedeutet „die aus dem Osten“ und nicht wie immer angenommen wird „Träger“. Dieses Wort ist heute eher beleidigend. Man nimmt an, dass die Sherpa im 16jh aus Osttibet in das Land kamen. Heute leben rund 32.000 von ihnen hier, viele von ihnen in traditionellen Sherpahäusern. Das bedeutet sie haben unten einen Stall für die Tiere, darüber eine Küche und einen großen Wohnraum in dem gegessen, geschlafen, gebetet und meditiert wird. Es ist ein einfaches Leben und wer in den Genus kommt auch nur einmal von einer Familie zu einer Portion traditioneller „Momos“ (Teigtaschen mit Gemüse) eingeladen zu werden, der versteht ihren Lebensinhalt.
Buddha ist in ihren Herzen. Es ist die Bestimmung, der größte Wunsch eines jeden Sherpa in den höchsten Bergen der Welt zu arbeiten. Sie zu sehen ist schon ein Traum vieler. Als „Träger“, also Guide oder Gipfelguide zu arbeiten ist ein weitverbreiteter „Beruf“ und dies muss nicht unbedingt in extremen Höhenlagen sein. Es reicht schon weiter unten diese unvorstellbare Leistung zu erbringen. Diese Menschen sind robust, extrem stark und lächeln immer. Manche von Ihnen tragen heben 45kg Baumaterial, Ausrüstung oder Essen auf ihre Schultern und tragen diese 12 Tage oder länger umher. Dafür bekommen sie 1000Rupien, was etwas 9€ entspricht. Ich frage mich, warum diese Menschen bei dieser Arbeit immer noch lächeln? Das Leben ist hier wie auch in vielen anderen Regionen der Welt nicht einfach. Hier streitet man sich nicht über die neusten Schuhe oder teuren Schmuck. Hier ist es wichtig einfach nur eine volle Mahlzeit und ein kleines Haus seiner Familie bieten zu können. Die junge Generation träumt natürlich von einem Studium in Kathmandu. Viele können sich dies allerdings nicht leisten, auch wenn sie die härtesten Arbeiten annehmen. Es gibt sogar heute noch einen letzten Sherpa aus dem legendären Jahr 1953 in Namche Bazar. Ich hörte, dass er damals in 1953 an 3 Tagen Arbeit nur 2 Tassen Tee bekam, dazu Schuhe, Hosen und einen Schlafsack. Sauerstoff durften sie selbst in 8000m Höhe nicht benutzen, da dieser nur für die „Fremden“ gedacht war. Damals gab es pro Tag kaum Geld, es waren sehr schlechte Bedingungen und auch heute wird noch berichtet, dass viele Sherpas mit Geld gelockt werden, um extreme Arbeit zu verrichten, welche ihre Gesundheit noch schneller ruiniert. Warum werden Menschen von höchster Freundlichkeit, von absoluter Ehrlichkeit und Treue so verheitzt und verbraucht? Zum Glück gibt es heute aber auch vernunftorientierte Organisationen, die den Bergführern eine positive Arbeitswelt bieten. Mir wird klar, dass es dies nicht nur in „unserer“ Welt gibt, sondern auch hier in den Bergen. Die Sherpa sehen ihre Aufgabe darin, den Fremden auf den Gipfel zu bringen. Sie helfen jede Sekunde, jeden Höhenmeter. Sie beten im Basislager dafür, dass nichts passiert und niemand zu Schaden kommt. Sie tragen enorme Lasten und verlieren nie ihre Fröhlichkeit. Auch wenn die Zukunft dieser Menschen zerbrechlich ist, so entstand ein verzweifelter Kampf die untergehende Kultur und Sprache zu retten und die ganze Situation mit fairen Mitteln aufrecht zu erhalten. Und dies finde ich wunderbar. Denn, sollte die Kultur und Sprache verschwinden, dann verschwinden auch die Sherpas und mit ihnen die Möglichkeit auf die Dächer der Welt zu steigen. Ohne nepalesische Bergführer – keine Bergbesteigung. Doch trotz dieser Aussichten und Situation lieben die Bergführer die Berge, ihre Heimat, ihren Beruf in, um und auf der Muttergöttin der Erde.
Während ich einige Wanderungen unternahm und immer wieder in Gedanken über diese wundervollen Menschen versank begegnete ich einer Gruppe Männern mit leichten Rucksäcken und dicker Bekleidung. Sie grüßten mich freundlich und machten sich, so erfuhr ich später, auf eine Reise um Honig zu finden. Wilder Honig ist ein gutes Mittel um Geld zu verdienen. Man muss sich vorstellen das das Leben dieser Menschen eigentlich ein Leben am Limit ist oder ein Überleben am Abgrund. Denn die Berge sind hier überall. Es sind harte Bedingungen unter welchen die Menschen hier einfachen Ackerbau betreiben. Mais, Hirse und Kartoffeln werden angebaut. Yaks liefern Milch für Butter und Käse. Alles wird in Handarbeit erledigt. Das Leben ist unterteilt in den Alltag der Frau mit Arbeiten und Gebeten, die Männer sind in den Schluchten und auf den Bergen unterwegs, um ihre Familien zu versorgen. Wenn ich durch dieses Paradies laufe, lausche ich den Vogelstimmen, bin beeindruckt von den Aussichten, den majestätischen Bergen. Doch für diese Menschen ist es die einzige Möglichkeit für ihre Familien zu sorgen. Armut ist hier relativ formuliert. Besitz zählt nicht zu Reichtum, wenn das Herz das größte gut ist. Und wer dieses verloren hat, der ist bitterarm. Die Männer sind oft tagelang unterwegs. Klettern enorme Höhen um einen Bienenstock mit Rauch zu betäuben und das flüssige Gold zu ernten. Auf ihren Wanderungen sitzen sie oft Abends zusammen, entfachen ein Feuer aus „Pura-Pura“ Sträuchern, um die Stechfliegen abzuhalten und eine wärmende Flamme zu haben, kochen sich Dhal-Bat aus Reise, Bratkartoffeln, Linsen, Fleisch und Curry und singen gemeinsam gegen die Sehnsucht nach Hause an, welche sie jede Nacht aufs Neue in ihren Träumen heimsucht.
Während die Sonne die Berge in warmes Licht taucht sitze ich mit einer Tasse Tee vor meiner Lodge und denke über diese Menschen nach. Für manche verwandelt sich der Tag am Abend in eine Welt voller Romantik und lässt die Vorfreude auf einen neuen Tag wachsen. Für andere ist es ein blutiger Untergang der Sonne, welche verzweifelt versucht ihr Überleben zu sichern, bevor die Hässlichkeit der Nacht sie verschlingt. Wieder andere, wie ich, denken über den Tag nach und träumen bei Tagesanbruch an einen neuen Horizont und neue Möglichkeiten. Doch dort draußen sitzen auch irgendwo die tapferen Männer um ein wärmendes Feuer und singen gemeinsam gegen die Einsamkeit an, welche sie wohl für immer begleiten wird in ihrem Kampf mit dem Leben, welches sie so sehr lieben. Ich glaube man kann diese Perspektive erst verstehen, wenn man dies alles hier mit eigenen Augen sieht.
So lange wir uns in unseren Häuserschluchten verstecken und schon über 100m Fussweg zum Supermarkt lamentieren, so lange werden wir die Andersartigkeit der Welt nicht begreifen und können sie nicht ändern, nicht heilen, nicht ein kleines Stück besser machen. Wenn wir allerdings aufbrechen und diese Eindrücke und Erfahrungen sammeln, dann können wir wachsen. An uns selber und in diese Welt hinein. Vielleicht wird die Welt dadurch ein Stück besser. 

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Neulich am Annapurna.

Der Blick auf die Südwand....um ehrlich zu sein war dies der einzige Grund, warum ich diese Reise unternahm. Ich bin schon viel gewandert, viel geklettert, trainiere regelmäßig und bin die Höhe gewöhnt, sonst hätte ich diese Reise nicht gewagt. Allerdings und auch wenn ich für diese Reise eine bestimmte Grundkondition benötigte, war ein sportlicher Antrieb nicht der Grund. Nein, ich wollte einmal auf den kleinen Spuren meiner Helden unterwegs sein. Die Reise war kompakt, abgestimmt, bis ins Detail geplant und meiner Meinung nach auch nach meinem Geschmack. Doch keine Planung der Welt hilft was im Innern des Menschen vor sich geht, wenn er die Wahrheit vor sich sieht. Tagelang wanderten wir entlang reißender Flüsse, tiefer Schluchten, durch magische, heilige Wälder voller Eichen, Magnolien und Rhododendren. Vögel säumen die Wälder. Wir wandern von Tadapani nach Chomrong, von Chomrong nach Himalayan, tausende Meter in die Höhe mit nur einem Gedanken, die Südwand. Es steckt kein Gedanke an Abenteuer dahinter, keine Ambition des Wettbewerbs. Es ist ebenso Genuss, wie Traumleben welches ich verfolge. Angekommen am Machhapuchare Base Camp sind wir auf 3700m. Morgen soll der große Tag sein, Morgen werde ich die Südwand aus nächster Nähe sehen.
Ich schreibe recht wenig über diese Reise, schreibe wenig Eindrücke auf, zu schwer erweist sich mir die Formulierung meiner Worte. Ich möchte einfach nur ankommen.

Der Morgen ist nicht mal in Reichweite und wir sind schon auf den Beinen. Bevor Wolken oder Nebel aufziehen, bevor die Temperaturen steigen und die Gefahr für Lawinen steigt, ziehen wir los.
Es geht auf 4130m. Das Basecamp liegt am Fuße der Randmoräne des Annapurna Gletschers. Und hier bin ich nun. Direkt dort wo 1970 einer der für mich eindrucksvollsten und entspanntesten Bergsteiger als Erster die schwierige und mörderische Südwand bis zum Gipfel des Annapurna durchstieg. Eine Meisterleistung...damals. Geboren in England in 1933 begann seine Bergsteigerkarriere als er gerade in der Ausbildung zum Klemptner steckte. Angefangen hat er in den „Pennies“ (Rückrad von England/Berge im Norden des Landes), durchstieg die schwierige „Sassanach-Route“ am Ben Nevis (Schottland) und dies bereitete seinen Weg vor. Neben Felsklettern stieg er ebenfalls im Bereich des Alpinismus ein und schaffte in 1961 die Erstdurchsteigung des 500m hohen Freney-Zentralpfeilers am Mont Blanc. 1963 zog es ihn nach Patagonien um den Central Tower of Paine (2460m) zu bezwingen.Weitere Gipfel sollten folgen. In 1970 war es dann soweit. Zusammen mit Dougal Haston gelang ihm nach langer Vorbereitung die Erstdurchsteigung der 3000m Südwand des Annapurna. Dies war ein Triumph, ein Erfolg von dem aus dem mehrköpfigen Team nur Whillans und Haston profitierten. Gleich bei der Planung zur Besteigung sagte das Team, dass sie aus den besten britischen Bergsteigern bestehen und wenn dann nur die schwere Route nehmen werden. Sie waren wilde Hunde, bereit für Abenteuer. Auch wenn Whillans immer ein besorgter, umsichtiger Kletterer war und auch an Gipfel und Bergen scheiterte, z.B. am Cerro Torre, am Eiger und auch am Mount Everest selbst, so spielte er im Kletterteam immer auf Sicherheit und verlangte nie nach der Sucht des Gipfels, um über das Leben seiner Kameraden hinweg zu entscheiden. Doch so umsichtig er war und so viele Abenteuer er überstanden hat, so dachte er über Vorsicht für sein eigenes Leben nicht nach. Don Whillans war zäh, er war unheimlich robust und mental extrem stark. Selbst in der Gipfelzone des Annapurna ernährte er sich nur von Schneewasser und Tabak. Er war starker Raucher, Alkohol in Massen verschmälerte er nie. Der Lebensstiel war nicht gerade vorbildlich. Doch er hatte Humor, er hatte ein dickes Fell und war wohl der beste Kletterkamerad den man sich vorstellen konnte. Viele erinnern sich an seine Aktionen und Sprüche, z.B. wie er auf einer Tour das Buch „Der Herr der Ringe“ in die Hände bekam und es wegwarf mit den Worten: „So´n Schrott lese ich nicht. Da stehen ja nur Märchen drin.“ In einer letzten Aufnahme vor seinem Tod in 1985 sagte er bei seiner letzten Bergtour seines Lebens: „Um wieder die Fitness wie früher zu erlangen muss ich regelmäßig trainieren, keine 3 großen Mahlzeiten am Tag essen, keine 6 Pints Bier trinken und weniger rauchen.“ Darauf der Reporter: „Du wirst aber nicht in Erwägung ziehen das zu tun, oder?“ Darauf Don: „Nein definitiv nicht.“ Don Whillans starb im Alter von nur 53 Jahren an einem Herzinfarkt. Viele behaupten, dass sein Lebensstil in umgebracht hat.
Don Whillans war für mich die entspannte Art Bergsteiger. Jemand mit dem man einfach Spass am Klettern haben konnte. So wahr ich kein Bergsteiger bin aber gerne wandern gehe, berührt mich der Anblick auf die Südwand des Annapurna in Erinnerung an große Taten von großen Menschen an diesem Berg. Eine Nacht werden wir auf dieser Höhe verbringen. Morgen beginnt der Abstieg. Meine Gedanken kreisen um jene Abenteurer die hier ihre Befriedigung, ihr Glück, ihr persönliches Abenteuer suchten. Auch ich bin einer von ihnen. Ich werde mich hüten mich in Todeszonen und Felsüberhänge zu begeben aber ich wandere auf ihren Spuren. Und dies ist wunderbar. Es ist gut zu wissen, dass wir heute in einer Zeit leben, in der wir überall sein können, auch auf den Pfaden der Geschichte. Ich lernte dies zu schätzen auf meiner kleinen Reise zum Annapurna. 

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Dienstag, 5. Januar 2016

Im Herzen des Himalaya: Unterwegs in Nepal - Eine literarische Reise - LESEN!

Hier eine Buchempfehung für alle, die in naher Zukunft eine Reise nach Nepal planen. Gerade im Oktober 2015 erschienen ist dieser wertvolle Bericht über das Herz des Himalaya. Jetzt lesen!

Im Herzen des Himalaya: Unterwegs in Nepal

"Auf Einladung des Maharadschas von Katmandu reiste Alexandra David-Néel im Winter 1912/1913 nach Nepal, ein für Europäer damals noch verbotenes Land. Eine „nützliche Einführung“ wollte sie anschließend schreiben, die politische Bestandsaufnahme eines Landes, das sich zwischen Tradition und Modernität neu definieren musste – einer „Modernität“, wie die unter britischem Protektorat stehenden Nachbarländer Indien und Tibet sie bereits zeigten. Und einer „Tradition“, wie sie sich im abgeschiedenen Nepal noch lange hielt. Witwenverbrennung, politische Klassen und Kasten, urtümliche Opferrituale – die aufgeklärte Journalistin wirft einen kritischen Blick auf diese Gesellschaft. Aber ihr Bericht aus dem Herzen des Himalaya ist weit mehr als eine politische Bestandsaufnahme: es ist die faszinierende Geschichte einer Buddhistin, die, auf der Suche nach dem Geburtsort Siddharthas, in den duftenden Gärten von Lumbini wandelt, auf Buddhas Spuren heilige Stätten und verbotene Tempel aufsucht, die „Lüfte des göttlichen Himalaya“ lieben lernt, dem Geheimnis einer blauleuchtenden Lotosblüte nachspürt, und mit Hilfe ihrer buddhistischen Weisheit und Meditation todesmutig einen menschenfressenden Tiger zähmt. „Im Herzen des Himalaya" berichtet von Reisen in eine mystische, religiöse Welt und ist ein brillanter Führer durch die vielschichtige religiöse Kultur eines Landes, das auch noch heute voller Zauber, Wunder und Geheimnisse steckt. Spannend und fesselnd bis zur letzten Seite."

 

Auszug und Link aus: http://www.amazon.de/Im-Herzen-Himalaya-Unterwegs-Nepal/dp/3737400202/ref=sr_1_27?s=books&ie=UTF8&qid=1452003462&sr=1-27&keywords=nepal

FÜR REISEN IN DEN HIMALAYA:

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